Wissen, Medien, Bildung

Projektarbeit #2

Posted in Uncategorized by Ole Koch on Juli 12, 2009

Die Projektarbeit von Torsten und mir nimmt langsam Gestalt an.

Wir erstellen einen Videoclip aus verschiedenen Bildern und kurzen Clips, welche den gesprochenen Text untermalen. Der Text behandelt die Entwicklung der Medienepochen von der Logosphäre bis zur Hypersphäre frei nach den Definitionen von Regis Debray. Dieser beschreibt die Epochen in dem zweiten Kapitel aus dem Buch: Debray, Regis: Einführung in die Mediologie; Haupt,  Bern/Stuttgart/Wien (2003);


Dort heißt es:

“Wir haben uns darauf geeinigt, jenes technisch-kulturelle Milieu, das durch die Erfindung der Schrift entstanden ist, in dem das Wort jedoch das wichtigste Kommunikations- und Übertragungsmittel bleibt([…]),Logosphäre zu nennen.” (Debray 2003, S.58)

“Graphosphäre haben wir die durch den Buchdruck eingeleitete Epoche genannt, in der die Bücher nach und nach das Buch ersetzen (oder ablösen) und die Bücher die Übermittlung nicht nurder Wissensbestände, sondern auch der Mythen übernehmen.” (Debray 2003, S.58)

“Videosphäre haben wir schließlich jenes Milieu getauft, in dem Bild und Ton vorherrschen, jene Epoche des Geistes, die durch das Elektron eingeleitet und durch das Bit vielleicht bereits enttrohnt wurde.” (ebd., S.59)

Die Hypersphäre ist nach Debray noch in der Entstehung. Er rechnet damit, dass diese Sphäre aus dem Digitalen hervorgeht.

Diese vier Sphären wurden nun auf die Hauptträger der Wissensübermittlung und dessen Speicherung untersucht. Es stellt sich dadurch heraus, dass die die bestehenden Medien in jeder neuen Sphäre ergänzt, aber nicht ersetzt werden.

Die gewählte Visualisierung durch Bilder, die inhaltlich zu dem gesprochenen Text passen, soll der Betrachter eine leichtere Aufnahme des Textinhalts ermöglicht werden. Der Schwerpunkt liegt auf dem Gesprochenen. Das ganze wird durch ein leichte Musik begleitet, die dem ganzen einen Dokumentationscharakter verleiht. Denkbar wäre vor allem, den Clip zu nutzen um interessieren einen Leichteren Zugang zu der Thematik zu gewährleisten. Ein Problem stellen bisher noch einige verwendete Bilder dar, die nicht unter freier Lizenz stehen.Daher kann das „Snippet“ nicht öffentlich zur Verfügung gestellt werden.

Im folgenden nun der Text, der zu dem Videoclip gesprochen wird:

„Wir befinden uns im Jahre 35.000 vor Christus. Mitten in der Logosphäre. Der Homo Sapiens ist gerade dabei die Methoden der Werkzeugherstellung zu erkunden. Um gegen die Natur zu bestehen bildet sich die erste Stammesgesellschaft. Alleine das gesprochene Wort ist in der Lage die bisherigen Erkenntnisse zu verbreiten. Sei es der Fischfang oder der Steinbearbeitung. Ebenso war nur die Höhlenmalerei in der Lage das erlernte Wissen dauerhaft zu speichern – bis Heute. (35 sek.)

36600 Jahre später – Im Jahre 1600. Einem Zeitalter welches auch Graphosphäre genannt wird. Die Ständegesellschaft hat sich herausgebildet. Der Buchdruck hat die Welt verändert und eine neue Autorität geschaffen. Nicht mehr Gott, nein, das Buch hat Recht! Statt das Wissen an Wände zu malen, schreibt man es jetzt in ein Buch um es zu erhalten. Auch die orale Verbreitung wird durch das Buch ergänzt.  (1:10 min)

400 Sonnenumrundungen später. Das Millennium ist überstanden. Wir befinden uns in der Videosphäre. Die Gesellschaft hat sich zu einer Informationsgesellschaft entwickelt. Der Fernseher, der PC, das Internet beschleunigen die technische Entwicklung und das Alltagsleben. Gespeichertes Wissen zu finden ist leicht, das neue Problem ist es wichtiges zu filtern. Wissen findet sich in Büchern und auf digitalen Medien. Durch die fortgeschrittene Vernetzung bahnt sich das Wissen seinen Weg über das Internet, das Fernsehen, das Radio in viele Winkel der Welt. Auch das Buch und die orale Weitergabe bleiben wichtig. Doch es gibt auch Konflikte, da die Autorität des Internets umstritten bleibt.

Was wird uns die Zukunft bringen. Welchen Einfluss werden digitale Medien für die Kommunikation, die Bildung, und das Wissen haben. Wird es eine weitere enorme Verändereung und die sogenannte Hypersphäre geben? Wie sieht die Gesellschaft von morgen aus? Der bekannte Kulturtheoretiker Dirtk Baecker meint, dass wir es mit nichts geringerem zu tun haben, als mit der Vermutung, dass die Einführung des Computers für die Gesellschaft ebenso dramatische Folgen hat wie zuvor nur die Einführung der Sprache, der Schrift und des Buchdrucks.“

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Was ist Hypertext?

Posted in Uncategorized by Ole Koch on Juni 30, 2009

Im Unterschied zu einem Buch ist Hypertext multi-linear.

Projektarbeit

Posted in Uncategorized by Ole Koch on Juni 16, 2009

Ein wesentlicher Teil den Seminars ist die Projektarbeit. Es soll ein Multimedia-Snippet (beipielsweise ein kurzer Film, eine Flashanimation, ein Hypertext mit verschiedenen Medien etc.) in Gruppenarbeit  zu einem Begriff/Thema des Seminars erarbeitet und visualisert werden.

Die Entwicklung des Projektes steckt zur Zeit noch in den Kinderschuhen. Dennoch möchte ich hier einige Rechercheergebnisse präsentieren, die mir sehr interessant erscheinen.


Thorsten und ich arbeiten an einem Projekt zu den von Regis Debray geprägten Begriffen/Zeitaltern Logosphäre, Graphosphäre und Videosphäre. (more…)

Giesecke: Von den Mythen der Buchkultur zu den Visionen der Informationsgesellschaft

Posted in Uncategorized by Ole Koch on Mai 19, 2009

Der Autor Gieseke, Beschreibt die typografischen Gattungen, beispielsweise das Buch als ein monomediales Kommunikationsmedium, da es die Fähigkeit von Autoren und Leser einseitig fördert.  (S. 64) Später im Text gibt er dazu das Beispiel, dass das Auge durch diese Medien prämiert und dadurch andere Sinne abgewertet werden (S. 72).
(more…)

Das Medium nach Debray – Aufgabe zum 05.05.09

Posted in medium, tasks by Ole Koch on Mai 5, 2009

Zur fünften Seminarsitzung soll ein Auszug aus Régis Debrays Buch „Einführung in die Mediologie“ (Bern 2003) gelesen sowie Fragen zu diesem Text beantwortet werden.
Régis Debray (* 2. September 1940 in Paris) ist ein französischer Intellektueller, Journalist, Schriftsteller, und Professor.Wissenschaftsgeschichtlich ist seine Begründung der Mediologie von Bedeutung, die er seit den 90er Jahren entwickelt und propagiert als eine umfassende Medientheorie. (1)

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Ebenen eines Mediums nach Debray
Debray zählt in seinem Text vier Bedeutungen auf, die ein Medium bezeichnen können. (S. 48) Ich glaube damit sind auch die Ebenen eines Medium gemeint:


1.    Einen allgemeinen Symbolisierunsprozess (Wort,Zeichen)

2.    Einen sozialen Kommunikationscode (die benutze Sprache)

3.    Einen physischen Schrift und Aufbewahrungsträger (Stein, CD-Rom)

4.    Ein Verbreitungsdispositiv (Manuskript, Digitalisierung)

Besonders interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Aussage Debrays, dass man bei der „Konsumierung“ eines Mediums häufig vergisst, „dass unsere Vorfahren Jahrtausende brauchten um die Werkzeuge zu schmieden, die dieses Wunder [einen logischen Inhalt durch den Äther zu schicken] ermöglicht haben. (S. 48)

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Wie diskutiert Debray das Zitat von McLuhan „The medium is the message“
Debray bezeichnet McLuhan als „wenig gewissenhaften Denker“ (S. 47) aber seine Kernaussage „The Medium ist the message“ bezeichnet  er zunächst nicht als falsch und möchte diese überprüfen. „ Kann es nicht […]manchmal schlechte richtige Ideen geben?“ (S. 47). Er behauptet also, McLuhan könne ohne hinreichende Begründung  „ausversehen“ das richtige behauptet haben.
Er geht die Lösung des Problems über ein naheliegendes Beispiel an und fragt den Leser seines Textes welches nun das Medium sei, wenn der Text die Botschaft ist. (S.48) Er legt dar, dass es mehrere Arten von Medien in diesem „belanglosen Ding“ stecken. (S.48)
Besonderes Augenmerk legt er im Folgenden auf die Schrift und Sprache. So gibt es seiner Meinung nach einen „Paratext“ nur durch die Materielle Form einer Seite (Absatz, Inhaltsverzeichnis, etc.) zustande kommt und den Sinn dieses „Behältnisses“ steuert. Außerdem hat vor allem die Schrift „eine erste Form von Telepräsenz“ ermöglicht, welche die Übertragung von Botschaften über tausende von Kilometern und die damit verbundenen gesellschaftlichen Effekte ermöglichen.(S.50f) Er kommt zu dem Schluss, dass diese Medien den Menschen mehr verändert hat als sein Handeln, seine Kompetenzen und seine Träume. Damit gibt er der Aussage McLuhans an dieser Stelle also recht, da er darlegt, dass nicht nur die Inhalte, sondern auch die äußere Form den Menschen beeinflussen.

Debray sieht, -wenn ich ihn richtig vertanden habe-  nicht nur eine Botschaft in dem Medium selber (wie McLuhan) sondern auh in dem Inhalt. Ich glaube, dass dieses Verständnis Gegenstand der Diskussion im Seminar werden wird, so, dass ich später die Ergebnisse der Sitzung ergänzen werde.

1. http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A9gis_Debray

Der Begriff des Mediums – Aufgaben zum 28.04.09

Posted in medium, tasks by Ole Koch on Mai 4, 2009

Auf Grundlage des Textes „Techniktheorien der Medien“ (Kapitel 2.1.1, 2.1.4, 2.1.5 und 2.1.8) sollen die Kernaussagen von McLuhan und Kittler dargestellt werden und Übereinstimmungen und Unterschiede der beiden Ansätze diskutiert werden.
Zunächst zu den Personen:

luhan1Herbert Marshall McLuhan  war ein kanadischer Medientheoretiker, er ist auch als Kommunikations- und Literaturwissenschaftler bekannt und hat von 1911 bis 1980 gelebt. (1)

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kittler1Friedrich Kittler ist Literaturwissenschaftler und Medientheoretiker. Er arbeitet zum Zusammenhang von Aufschreibesystemen, Technik und Militär. Friedrich Kittler gilt als einer der einflussreichsten und bedeutendsten deutschen Medientheoretiker.(2)


Die Kernaussagen von Mc Luhan und Kittler
Die Kernaussage des Textes und auch gleichzeitig der Satz, der McLuhan die meiste Aufmerksamkeit einbrachte ist: „The medium is the message“. Für Mc Luhan liegt das Wesentliche des Mediums in seiner Form und nicht in dem vom Medium übermittelten Inhalt. Ich finde es sehr schwierig, diese Aussage zu verstehen, ein weiterer Satz McLuhans legt das was er meint besser dar: „Denn die „Botschaft“ jedes Mediums oder jeder Technik ist die Veränderung des Maßstabs, Tempos oder Schemas, die es der Situation des Menschen bringt“3. Darüber hinaus finde ich es interessant, dass Mc Luhan schon früher, vor dem Internetzeitalter, vorausgesehen hat, dass die Vereinheitlichung des Medientypes völlig neue Ordnungen schaffen wird.
Zum weiteren Verständnis, welche Botschaft McLuhan in den einzelnen Medien sieht, kann ich diesen englischen Wikipedia Artikel empfehlen, in welchem in einer Tabelle die einzelnen Medien aufgelistet sind.
Die Kernaussage Kittlers ist: „Nicht der Mensch, sondern die Medien sind zu Maß aller Dinge geworden“. Damit meint er, dass die Medien den Menschen beeinflussen, ohne dass dieser versteht, wie diese Medien funktionieren. Darüber hinaus ist der Mensch völlig abhängig von den Medien. Kittler nennt als Beispiel die Benutzeroberflächen beispielsweise von Programmen, mit denen man arbeitet ohne zu verstehen, was im Hintergrund abläuft. In der Regel passt sich nach Kittler der Mensch der Technik an und nicht umgekehrt. Dementsprechend bezeichnet Kittler den Menschen als Produkt seiner Medientechnologien.


Übereinstimmungen und Unterschiede der beiden Ansätze
Beide Autoren befassen sich in ihrer Kernaussage damit, wie sehr und vor allem in welcher Weise die Medien den Menschen beeinflussen. McLuhan will mit seiner Aussage deutlich machen , dass die Medien den Menschen aus eine ganz andere Weise beeinflussen als man bisher dachte, nämlich nicht durch den Inhalt, sondern durch die äußere Form. Kittler gilt als Medienarchäologe und betrachtet das die Beeinflussung des Menschen durch Medien nicht historisch, sondern  schaut sicht sich an, was er heute an Medien-Mensch-Bedingungen vorfindet, ob er McLuhans Kernaussage teilt wird nicht deutlich.
Ich glaube, dass McLuhan das Medium immer noch als ausschließliches, dem Menschen untergeordnetes Hilfsmittel der Menschen betrachtet (sozusagen eine Prothese), während Kittler der Meinung ist, das Medium habe längst die Überhand genommen.

1. http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_McLuhan
2. http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Kittler
3. http://www.utoronto.ca/mcluhan/mcluhanprojekt/message.htm
Bild McLuhan: http://www-tc.pbs.org/mediashift/files/Marshall McLuhan.gif
Bild Kittler: http://www.suppose.de/portraits/kittler.jpg

Konstruktion der Wirklichkeit und des Begriffs der Objektivität (Ernst von Glasersfeld, 2008)

Posted in Uncategorized by Ole Koch on April 13, 2009

Ernst von Glasersfeld welcher als radikaler Konstruktivist bekannt ist (1) beschreibt in seinem Text „Konstruktion der Wirklichkeit und des Begriffs der Objektivität“  das Problem der Epistemologie, welches darin begründet liegt, dass es einen Unterschied zwischen dem Wissen (kognitiven Strukturen) und der Wirklichkeit (ontische Welt) gibt.
Von Glaserfeld führt als Lösungsansatz bzw. als Ausweg aus diesem „Dilemma“ den Begriff der „Viabilität“ ein. Der Begriff bedeutet soviel wie „passend“ oder „brauchbar“ und wird von Glaserfeld an Stelle des Begriffes „Wahrheit“ gesetzt. Das bedeutet, dass es einen passenden Weg gibt, man sich aber immer bewusst sein muss, dass es auch andere Wege gibt.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Radikaler_Konstruktivismus

Fragen zum Text:

Es stellt sich natürlich die Frage, was genau Wissen eigentlich ist. Können die Menschen ein gemeinsames Wissen aufbauen, wenn doch kaum klar ist, ob der Eine den gleichen Weg zu der Erreichung eines Zieles gewählt habe, wie ein Anderer? Welche Möglichkeit des Abgleiches solcher Wege gibt es?

Unter welchen Bedingungen ist das Wissen gültig? (Kann es beispielsweise in anderen Galaxien angewendet werden?)

About

Posted in Uncategorized by Ole Koch on April 7, 2009

me-black-smallIch bin Ole, knackige 24 Jahre alt/jung und studiere an der Uni Hamburg Biologie und Physik auf Lehramt für die Oberstufe.

Nebenbei arbeite ich als wiss. stud. Hilfskraft für das universitäre Projekt ePush, welches die Einsatzmöglichkeiten aktueller Medien ins Bewusstsein der Lehrenden und Lernenden zu rufen möchte, um dadurch einen selbstverständlichen Umgang mit diesen Technologien zu fördern.

Dieser Blog soll meine Arbeit für das Seminar “ Knowledge Formation – Mediale Darstellung und Konstruktion von Wissen vom Buchdruck bis Hypertext“ von Christina Schwalbe dokumentieren und ich hoffe, dass interessante Beiträge entstehen.